Mattensplitter

Präsident Nettekoven zur aktuellen Lage

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Geschrieben von Thomas Meyer

Der Artikel „Quo vadis, Mannschaftsringen“ hatte zuletzt einige Reaktionen hervorgerufen, und das nicht nur in den sozialen Netzwerken. Die beschriebene unbefriedigende, teilweise auch beängstigende Lage im Mannschaftsringen sorgt aktuell für reichlich Diskussionsstoff. Hierzu meldete sich auch unser Verbandspräsident Jens-Peter Nettekoven in einem Interview zu Wort, um Stellung zu beziehen und seine Sicht der Dinge darzulegen.

Jens, wie siehst du die aktuelle Lage um das Mannschaftsringen?

„Die vielen Mannschaftsrückzüge und auch Verbandsaustritte, wie vor wenigen Tagen noch vom VfB Remscheid vollzogen, machen nicht nur den Vereinen und ihren Anhängern Sorgen. Selbstverständlich auch uns. Wir beobachten das Ganze mit Argusaugen. Uns ist klar, dass wir etwas tun müssen, denn ärgern wollen wir die Vereine ganz bestimmt nicht. Im Gegenteil: Wir wollen allen Vereinen, auch den sogenannten „Kleinen“, auf die Sprünge helfen. Schließlich wurden wir gewählt, um den Ringkampfsport in NRW nach besten Kräften zu fördern.“

Nicht selten wird der Verband, dem du vorstehst, für diese Entwicklungen verantwortlich gemacht. Wie antwortest du auf derartige Kritik?

„Den Schuh, hierfür verantwortlich zu sein und von oben einfach zuzuschauen, ziehe ich mir nicht an. Wir haben in den letzten drei Jahren vieles geändert, um das Mannschaftsringen attraktiver und für die Vereine interessant und machbar zu gestalten. Wir haben die Ausländerregelung geändert, ebenso die Auf- und Abstiegsklauseln, haben Präsentationskämpfe eingeführt, die Gewichtsklassen mit den Vereinen abgesprochen, Brainstormings abgehalten und vor Kurzem noch das Einbinden von Frauenringen beschlossen. Die angesprochenen Präsentationskämpfe beispielsweise waren zur Förderung der Jugend gedacht und gleichzeitig als Chance, das Publikum und die Vereine für eventuell ausfallende Kämpfe zu entschädigen. Wenn diese Kämpfe jedoch nicht durchgeführt werden, so wie es bei den meisten Veranstaltungen der Fall ist, kann der Schwarze Peter nicht beim Verband liegen.“

Was wirst du tun, um die Situation zu verbessern?

„Wir müssen uns mit den Vereinen in Kürze, d.h. noch deutlich vor der Mitgliederversammlung im Mai, an einen Tisch setzen und über neue Wege beraten. Hierbei ist jedoch wichtig, dass von den Vereinen auch etwas kommt, dass sie engagiert ihre Ideen einbringen und uns unterstützen. Die Arbeit an der Basis können wir ihnen nicht abnehmen. Grundsätzlich müssen wir alle nach vorne blicken. Die Blicke zurück auf die Fehler und Versäumnisse früherer Jahre, egal auf wessen Konto diese gehen, sind nicht zielführend.“

Wie stehst du zu dem Vorschlag, eine Regionalliga mit einem anderen Landesverband zu gründen, um die aktuellen Oberligisten wieder in einen zuverlässigeren Wettkampf zu schicken?

 „Die Idee mag ja grundsätzlich in Ordnung und sportlich interessant sein, jedoch verfügen wir augenblicklich über zu schwache Strukturen. Bei solch einer Regelung würde unser Ligensystem vollkommen erschüttert und auseinandergerissen. Das würde uns mehr schaden als nützen.“

Wir werden sehen, wo der Weg demnächst hingeht. Wichtig ist, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um unseren wunderschönen Sport nicht nur zu erhalten, sondern nach Möglichkeit in bessere Zeiten zu führen.

 

 

 

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