Mattensplitter

Wieder Ringen in Remscheid?

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Geschrieben von Thomas Meyer

Das Bergische Land hat sich leider zu einer Art „ringerisches Niemandsland“ entwickelt. Aktuell findet man in der Region keinen Verein mehr, obwohl es früher durchaus Potenzial gegeben hatte. Nachdem vor ca. 30 Jahren der TV „Frisch auf“ Hilgen von der Bildfläche verschwunden war, sind bis zuletzt immerhin noch der VfB Remscheid sowie der SC Solingen aktiv gewesen. Doch auch die Ringerabteilungen dieser beiden Clubs wurden mittlerweile abgemeldet. Diese Entwicklung ist höchst bedauerlich, zumal Remscheid nach wie vor offizieller Sitz des Ringerverbandes Nordrhein-Westfalen ist. Auch der Umzug der Geschäftsstelle nach Erkenschwick hat hieran nichts geändert.

Doch man will nichts unversucht lassen. Seit Jahren besteht die Bestrebung, unsere Sportart in Remscheid wieder zu etablieren. Doch wie? Dieses Unterfangen ist nicht leicht zu realisieren. Schließlich gibt es einige Hürden, die hier zu nehmen sind.

Zur Verfügung stehen müssen erst einmal entsprechende Hallenzeiten. Augenblicklich bestünde die Möglichkeit bei einem ortsansässigen Verein, solche auch zu erhalten. Der Club hat grundsätzlich die Bereitschaft signalisiert, sein Angebot zu erweitern. Doch damit ist es natürlich noch lange nicht getan. Neben entsprechendem Equipment (z.B. Matte) muss vor allem auch Personal zur Verfügung stehen. Man braucht einen Abteilungsleiter, der zumindest durch den ein oder anderen weiteren Ehrenamtler unterstützt wird, und natürlich einen engagierten Trainer, der regelmäßige Übungsstunden anbieten kann und will.
Sollten die personellen Voraussetzungen geschaffen sein, könnte man mithilfe von Werbung in beispielsweise Schulen oder sozialen Netzwerken vielleicht etwas bewegen.

Doch zuverlässige und kompetente Ehrenamtler wachsen nunmal leider nicht auf Bäumen. Zumindest wurden dort noch keine gesichtet. Nicht die fehlende Attraktivität des Ringens, sondern gerade die Engpässe an rührigen Funktionsträgern haben schon manchem Verein seine Existenz gekostet.

In Remscheid wäre das Potential vielleicht noch da. Es gibt sicher noch den einen oder anderen, der schon zu aktiven Zeiten des VfB mit dem Ringsport verbunden war.

Doch reichen die Voraussetzungen zur Wiederbelebung unserer Sportart in der Stadt aus? Man wird sehen. Unser Verbandspräsident Jens Nettekoven, der selbst in Remscheid wohnhaft ist (wie seinerzeit der verstorbene Ex-Präsident Werner Kolbacher sowie der erst 2018 zurückgetretene Ex-Vize Peter Neldner auch) will eine Reaktivierung nicht unversucht lassen. Mit Unterstützung von Leistungssportkoordinator Ayhan Aytemiz, der hier außerhalb seines eigentlichen Aufgabenbereiches eingespannt ist, möchte er dem Ringen in Remscheid wieder auf die Beine helfen. Kontakte bestehen bereits, Gespräche wurden aufgenommen.
Doch der Weg ist noch schwer und steinig. Man bräuchte dringend helfende Hände, die beim Aufbau der Ringerabteilung helfen würden. Es muss ja nicht direkt ein leistungsorientierter Verein entstehen: Eine Trainingsgruppe, ein Breitensportangebot oder ein Ringen- und Raufen-Projekt etc. wären ebenfalls denkbar.

Vielleicht wird das Vorhaben ja letztlich von Erfolg gekrönt sein. Für uns wäre es ein echter Gewinn.

 

Bekommen wir solche Szenen auch bald wieder in Remscheid zu sehen? Schön wäre es!

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