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Ringer-NRW trauert um Klaus Rost – Weltklasseringer starb mit 83 Jahren

Geschrieben von Julian Düwel, Detlef Englich

Ein großer Kämpfer ist von uns gegangen

Voller Schmerz und Trauer hat uns die Nachricht vom Tode Klaus Rosts erreicht, der am Donnerstag, 10. August, im Alter von 83 Jahren verstarb.

Klaus war ein Klasse-Ringer auf Weltniveau, der in beiden Stilarten nationale und internationale Erfolge erreichte. Er begann mit 12 Jahren beim KSV Witten mit dem Ringkampfsport. Bereits 1958 wurde er deutscher Jugendmeister im griechisch-römischen Stil, im Jahr danach erstmals deutscher Meister bei den Männern. Das war der Beginn einer erfolgreichen Ringerlaufbahn, die er zwischendurch beim Wittener Lokalrivalen Sport-Union Annen und später, für ein Jahr, beim nordbadischen KSV Wiesental fortsetzte. Nach diesen Zwischenstationen kam er zurück zu seinem Heimatverein, wo er bis 1973 aktiv war. Ringen war seine Leidenschaft und die pflegte er.

Parallel engagierte er sich im Jugendbereich, wurde Trainer des Wittener Ringernachwuchses und später Landestrainer im Ringerverband NRW. Unter ihm entwickelten sich junge Athleten wie Ralf Lyding, Ingo Manz oder Jörg Helmdach, die er zu Top-Sportlern formte und die sich noch heute gerne an die prägende Zeit zurückerinnern.

Klaus Rost hatte eine weitere Leidenschaft, den Brieftaubensport. Fast sein ganzes Leben hatte er einen Taubenschlag, züchtete und pflegte die Vögel und hatte auch hier Erfolge vorzuweisen. Wenn er nicht gerade in Sachen Ringen unterwegs war, widmete er sich seinen Tauben. Da musste seine Familie schon viel Verständnis aufbringen und seine Hobbies unterstützen.

Seine Erfolge auf der Ringermatte sind beeindruckend: 16 Deutsche Meisterschaften feierte er, sein größter Erfolg war die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio, die er im Freistil der Gewichtsklasse 70 kg gewann. Für diese Leistung erhielt er am 11. Dezember 1964 aus der Hand des Bundespräsidenten das Silberne Lorbeerblatt. Bei vier Olympischen Spielen war er dabei und belegte 1968 in Mexico-City als Doppelstarter die Plätze vier und acht – jeweils in der 70 kg-Kategorie im griechisch-römischen und im Freistil! Bei Olympia 1972 in München landete er im Freistil auf Platz 13. Die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 1963 im gr.-r. Stil sowie Plätze vier und fünf bei der WM 1969 (gr.-r.) und der EM 1967 (Freistil) komplettieren die internationalen Meriten des Wittener Ausnahmeringers.

Der Ringerverband würdigte seine Erfolge und sein Engagement 2011 mit der Aufnahme in die Hall of Fame.

Noch in der Bundesligasaison 2022 saß er in der Husemann-Halle am Mattenrand und verfolgte die Kämpfe seiner Nachfolger, obwohl er schon da gesundheitlich angeschlagen war. Noch vor wenigen Wochen besuchten ihn ehemalige Mannschaftskameraden, verbrachten einige Zeit mit ihm in der Wohngemeinschaft im Haus Maria in Herbede. Dort wohnte er seit dem überraschenden Tod seiner Frau Jutta vor drei Jahren.

Klaus Rost war gleichzeitig Kämpfer und eleganter Techniker, das machte ihn zu einem Ringer-Idol. Sein Griffrepertoire war einmalig; in beiden Stilarten brachte er individuelle Aktionen auf die Matte, die die Zuschauer begeisterten. Das wird in Erinnerung bleiben, das wird den Namen Klaus Rost lebendig halten, das wird nicht nur für die Nordrheinwestfälische Ringergemeinde sein Andenken wachhalten. Das Andenken an einen ruhigen, wohltuend zurückhaltenden und bescheidenen Menschen. Wir sind traurig, dass er nicht mehr unter uns ist.

Fotos und Infos: KSV Witten/Detlef Englich

 

 

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